Nehmen Sie sich bitte fünf Minuten Zeit für meine Autobiografie:
Politik bewegt mich seit etwa 20 Jahren. Die meiste Zeit davon aber eher passiv, als kritischer Beobachter ohne Faible für eine bestimmte Partei. In den Neunzigern erschien mir Helmut Kohl unerträglich. Mein Kreuz machte ich also bei Gerhard Schröder. Was ich schnell bereute.
Der PDS stand ich als blutjunger Geschichtsstudent eher kritisch gegenüber. Es war die Zeit, in der das Schwarzbuch des Kommunismus ein Bestseller wurde. Wie sehr einseitige Geschichtsschreibung manipulieren kann, habe ich erst später begriffen. Sehr beeindruckt hat mich damals auch Wolfgang Leonhards „Die Revolution entlässt ihre Kinder“.
Was Gerhard Schröder mit dem Begriff „Neue Mitte“ meinte, habe ich schnell verstanden. Ich ging nicht mehr wählen. Die PDS befand sich in einer Krise und war keine Alternative. Doch der Drang, sich politisch zu engagieren, wuchs. Etwas Anderes kam hinzu: Als ich für meine Doktorarbeit über Wahlkämpfe das Innenleben der Parteien sezierte, wuchs die Neugier auf die Praxis.
Ich wollte endlich dabei sein. DIE LINKE erschien mir schließlich als die einzige Partei, die sich den gesellschaftlichen Fehlentwicklungen entgegenstellte. Aus purer Überzeugung, ohne taktische Winkelzüge. Also rein in die LINKE, mal sehn was passiert. Das war im November 2008. Ein halbes Jahr später kandidierte ich bei der Kommunalwahl, verpasste zwar den Einzug in die Rostocker Bürgerschaft, wurde aber Sachkundiger Einwohner im Ausschuss für Wirtschaft und Tourismus. Fortan saß ich auch im Ortsbeirat Stadtmitte unter der weisen Führung von Werner Simowitsch. Im März 2010 wurde ich Stellvertreter des neuen LINKE-Kreisvorsitzenden Prof. Wolfgang Methling. Seine Mahnung, DIE LINKE müsse grüner werden, nahm ich mir zu Herzen. Heute bin ich einer der Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Nachhaltige Entwicklung.
Ich sehe mich als Generalisten, der auf vielen Politikfeldern seine Ideen einbringen will. Ganz besonders am Herzen liegt mir aber die Verknüpfung von sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit. Die Natur ist (neben den Menschen) der größte Schatz von Mecklenburg-Vorpommern. Diesen Schatz zu plündern, wie es die derzeitige Landesregierung zu tun pflegt, ist unverantwortlich. Wir brauchen wieder klare ökologische Linien, die nicht zu Gunsten kurzfristiger Profite überschritten werden dürfen. Als besonders faszinierend empfinde ich die Perspektiven für unsere regionale Wirtschaft und die Schaffung tausender Arbeitsplätze in den Bereichen Tourismus, Erneuerbare Energien und Landwirtschaft. Hier schlummert ein Potenzial, das wir aktiv erschließen müssen, um die ökonomische und soziale Zukunft von M-V zu sichern. Dafür möchte ich mich als Partner für die Menschen in Mecklenburg und Vorpommern anbieten.
Zu viele Menschen in M-V werden aus der Gesellschaft ausgegrenzt und von der Politik allein gelassen. Nicht zuletzt deshalb sehe ich im Öffentlichen Beschäftigungssektor eine Möglichkeit, das ungelöste Problem der Langzeitarbeitslosigkeit anzupacken. Dafür will ich genauso streiten wie für absolute Chancengleichheit im Bildungswesen – von der Krippe an.
Zum Schluss noch so etwas wie ein tabellarischer Lebenslauf:
Geboren 1977 in Rostock.
1995 Abitur an der Großen Stadtschule.
Studium der Geschichte, Russischen Literatur und Englischen Sprache in Potsdam und Berlin.
Promotion im Fach Geschichte im Jahre 2007 in Potsdam.
Im Jahre 2008 Rückkehr nach Rostock, hier Buchladen eröffnet.
Das Geschäft ist immer noch geöffnet, derzeit bin ich aber als Mitarbeiter von Prof. Wolfgang Methling beschäftigt.